It`s all about “Reichweite”

Eine der meist gestellten Fragen im Zusammenhang mit einem Pedelec ist die nach der Reichweite.

Manch einer beantwortet diese Frage mit „zwischen 10 und 1.000 km“ und meint damit, das ein Pedelec grundsätzlich ja auch ohne Unterstützung gefahren werden kann. Und dann ist die Reichweite ja tatsächlich enorm. Jedoch hilft das dem Fragenden nicht wirklich weiter. Tatsächlich ist die Angabe einer Reichweite bei einem Pedelec aber nicht so einfach zu beantworten, wie z.B. im Automobilbereich: Dort dividiert man den Tankinhalt einfach durch den Treibstoffverbrauch (beides aus dem Prospekt ersichtlich und nach genormten Messverfahren ermittelt) und erhält die Reichweite.

Beim Pedelec hat man, zumindest meist, jedoch nur die Angabe zur Kapazität des Akkus in Wattstunden (Wh) und damit praktisch den „Tankinhalt“ (oder kann sich diese nach der Formel „Volt (Spannung) x Ampère (Stromstärke)= Wattstunden“ zumindest berechnen), ein genormtes Verfahren zum „Verbrauch“ eines Pedelecs existiert meines Wissens jedoch nicht.

Im aktuellen Pedelec-Prospekt der Winora Group (zu der u.a. die Marken Winora, Haibike und Sinus zählen) bin ich auf Angaben zur maximalen Reichweite zwischen beachtlichen 50 km (Winora fold:eXP 7-G Altus) und sagenhaften 190(!!) km (z.B. Sinus B2 9-G Deore oder Haibike eQ Xduro Trekking SL Herren) gestoßen.

Auf Seite zwei des Prospekts wird erläutert, wie die angegebenen maximalen Reichweiten erreichbar sind:

„Erreichbar unter idealen Bedingungen: niedrigste Unterstützungsstufe, 20° Außentemperatur, kein Gegenwind, 20 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, ebene & befestigte Strecke, Reifendruck mit minimalem Rollwiderstand, effizienteste Gangwahl in jeder Fahrsituation, Fahrer 70kg, kein Gepäck, Pedelec in einem technisch einwandfreien Zustand.“

Diese Aufzählung macht meiner Meinung nach auf ideale Weise zweierlei deutlich:

1) die Vielzahl der Faktoren, die für die Reichweite eines Pedelecs entscheidend sind und, daraus resultierend,
2) wie schwierig die Frage nach der Reichweite eines Pedelecs, eben auf Grund der vielen individuellen Faktoren, zu beantworten ist.

Aber noch etwas wird deutlich: Würde die Reichweite aller Pedelecs nach den gleichen, realistischen Bedingungen ermittelt, wäre diese hersteller- und markenübergreifend untereinander vergleichbar und würde helfen, die Verunsicherung vieler Interessenten zu beseitigen.

Fahrbericht: Creme Café Racer mit Sunstar-Tretlagermotor

Als ich mich zu Beginn des Jahres 2011 erstmals mit dem Thema “Pedelec-Nachrüstung” befasste, gab es praktisch keine Möglichkeit, einen Tretlagermotor mit ordentlicher Reichweite nachzurüsten. Seit etwa Mitte 2012 ist jedoch ein Tretlagermotor zum Nachrüsten der japanischen Firma Sunstar in Deutschland verfügbar und der Berliner Elektrofahrrad-Shop “Bikenest” hat mir dankenswerter weise ein solchermaßen nachgerüstetes Rad zum Test zur Verfügung gestellt.

Bei dem Fahrrad handelt es sich um ein Café Racer der polnischen Radschmiede “Creme”, deren Markenname eine Abkürzung für “CREative MEans of transportation” ist, was auf deutsch in etwa “Kreatives Mittel zum Transport” bedeutet.

Totale Creme Café Racer mit Sunstar Mittelmotor

Creme Café Racer mit Sunstar Mittelmotor

Wie alle anderen Creme-Räder, die in Europa entwickelt und handgefertigt werden, ist das Café Racer eine rollende, stilvolle Liebeserklärung an Material, Details und Handwerkskunst. Das Testexemplar, lackiert in einem betörenden Metallic-Blau, bringt die grazile, zeitlose Eleganz eines gemufften Stahlrahmens bestens zur Geltung.

Tradition & Moderne: Gemuffter Stahlrahmen und innenverlegte Züge

Tradition & Moderne: Gemuffter Stahlrahmen und innenverlegte Züge

 

Vor den Unbilden der Straße schützen lackierte Schutzbleche, deren Name wörtlich zu nehmen ist; das rechte Hosenbein wird von einem ebenfalls aus lackiertem Stahlblech gefertigten Kettenschutz vor möglichem Fettschmutz bewahrt. Moderne Details wie im Rahmen verlegt Züge oder die formschönen und gleichzeitig handschmeichelnden Schnellverschlüsse am radial gespeichten Vorderrad und der Sattelstütze stören in keinster Weise die klassisch anmutende schmale Silhouette, wie sie so wohl nur mit einem Stahlrahmen realisiert werden kann.

Sattel & Cockpit

Wildledersattel und verchromtes Cockpit mit Lenkerband aus Glattleder

Der Sattel aus Wild- und das gelochte Brooks-Lenkerband aus Glattleder verstärken, gemeinsam mit den verchromten Hohlkammerfelgen, den Seitenzugbremsen und den Weisswandreifen von Schwalbe das klassische Erscheinungsbild des Rades, so dass die bewährte und robuste Shimano Dreigang-Nabe praktisch nicht störend auffällt. Das ein Fahrrad umso schöner ist, je weniger dran ist, wird hier durch die fast völlige Abwesenheit von Reflektoren und das absolute Fehlen einer Beleuchtung einmal mehr deutlich. Das Café Racer gehört eindeutig zu der Sorte Fahrrad, bei der man immer wieder gerne länger im Radkeller verweilt um immer neue Details und Blickwinkel zu entdecken.

Doch genug gekuckt, jetzt wird gefahren! Die Sitzposition ist entspannt-aufrecht und sorgt für eine gute Übersicht; so in etwa muss man auf Vaterland-Rädern gesessen haben. Das lederne Lenkerband liegt besser in der Hand als gedacht, dank fehlendem Rücktritt kann man die Pedale wie gewohnt in die passende Startstellung bringen. Beim Antritt erscheint es mir, als stimme etwas mit dem Pedalarm nicht, er gibt beim Treten etwas nach. Vermutlich liegt das an der Motorsteuerung per Kraftsensor, eine Eigenart, an die ich mich jedoch schnell gewöhne.

Bewährt und robust: Drei-Gang-Nabenschaltung von Shimano

Bewährt und robust: Drei-Gang-Nabenschaltung von Shimano

Zunächst lasse ich den Motor aus; ich bin schon eine geraume Weile keine Dreigang-Nabenschaltung mehr gefahren und möchte erst mal sehen, was damit geht. Erstaunlich wie leicht und schnell sich die Gänge wechseln lassen, die Tretpause kann sehr kurz ausfallen. Das hatte ich von früher ganz anders im Gedächtnis. Der Café Racer beschleunigt spritzig, der nicht aktivierte Motor ist kaum zu spüren. Im Nu ist die Hauptstraße erreicht und ich ziehe beherzt an den Bremshebeln, immerhin sind ja “nur” Seitenzugbremsen verbaut. Doch die bremsen weit besser als gedacht! Eigentlich kein Wunder: Es handelt sich hier um Exemplare mit aktueller Technik aus dem Radrennsport und die sind in Dosierbarkeit und Wirkung um Lichtjahre von den Seitenzugbremsen früherer Jahre entfernt.

Während ich einigen Autos die Vorfahrt lasse, aktiviere ich die Elektrounterstützung:  Griffgünstig rechts oben am Akku, der an den Gewindeösen des Trinkflaschenhalters montiert ist, findet sich der Hauptschalter, der mit einer grünen LED über den Betriebszustand des Systems informiert. Mit seiner Hülle aus gebürstetem Aluminium geht der Energiespeicher fast als überdimensionierte Thermosflasche durch und hilft durch seine schwerpunktgünstige Einbaulage das Zusatzgewicht des Rades zu kaschieren. Später beweist der Tragetest in den Keller, dass dies gut gelungen ist: Weder behindert eine ausgeprägte Heck- noch eine besondere  Frontlastigkeit das Tragen des ca. 19,3 kg schweren Rades. Doch wir sind jetzt nicht im Keller! Ein kurzer Druck auf die “On”-Taste des am  Lenker montieren, übersichtlichen Bedienpanels, und das System ist mit Unterstützungsmodus “Normal” eingeschaltet.

Übersichtliches Bedienpanel des Sunstar-Antriebs

Übersichtliches Bedienpanel des Sunstar-Antriebs

Der letzte PKW ist vorbei, los geht`s! Gewohnt an Antriebe mit Trittsensor, die erst nach gut einer Pedalumdrehung unter-stützen, überrascht mich der Antritt des über Drehmomentsensoren gesteuerten Sunstar-Motors: Schon bei leichtem Druck auf das Pedal unterstützt der Motor kraftvoll mit leicht mahlenden Geräuschen, und spannt schon beim Anfahren kräftig die Muskeln. Das macht richtig Laune und ruckzuck sind die drei Gänge der Nabenschaltung durchgeschaltet. Durch den relativ langen Nachlauf läuft der Café Racer trotz des kurzen Rahmens schön ruhig geradeaus; das gibt mir Gelegenheit mich in Gedanken etwas mit dem nachgerüsteten Mittelmotor zu beschäftigen.

Der S03+ von Sunstar ist an praktisch jedem Rad nachrüstbar, das über einen Tretlagergehäusedurchmesser zwischen 33,8 und 34,2 mm und eine Tretlager-gehäusebreite zwischen 68 und 72 mm verfügt sowie keine hervorstehenden Teile am Tretlagerhäuse aufweist. Der Motor selbst ist lediglich über drei Steckverbindungen mit Akku, Bedienpanel und Geschwindigkeitssensor verbunden, was die Montagearbeiten erleichtert. Beim Einschalten des Systems ist der Unterstützungsgrad auf “Normal” eingestellt, der Motor verdoppelt also die aufgewendete Pedalkraft. Insgesamt gibt es drei Unterstützungsmodi: “Eco” mit 75%, “Normal” mit 100% und “Turbo” mit 150%iger Unterstützung.  Der Hersteller gibt als Reichweite jeweils maximal 54 km bei “Eco”, 43 km bei “Normal” und 21 km bei “Turbo” an, natürlich immer in Abhängigkeit von diversen Faktoren wie Gesamtgewicht, Gegenwind, Steigung oder Außentemperatur.

Die Steuerung des Antriebs erfolgt über das am Lenker montierte Bedienpanel, welches durch gute Übersicht und Bedienbarkeit glänzt: Ein Folientaster zum Ein-, einer zum Ausschalten des Systems, ein dritter zum Wählen der dreistufigen Unterstützung (75%, 100%, 150%), dazu eine dreistufige Ladezustandsanzeige, das war`s. Ein wohltuender Gegensatz zu dem von vielen Anwendern als recht kompliziert gescholtenen Bedienpanel des beliebten Boschmotors. Wobei die Genauigkeit der Ladezustandsanzeige ruhig etwas verlässlicher sein könnte: Ihr Pendant am Kopfende des Akkus, welche nach Druck auf einen kleinen Taster

Ladezustandskontrolle am Akku

Ladezustandskontrolle am Akku

über den aktuellen Ladezustand der Energiequelle informiert, ist deutlich genauer, aber während der Fahrt schlechter erreichbar.

So, genug eingefahren, jetzt will ich mal sehen, was geht. Bevor ich den ersten Anstieg auf meiner Testrunde erreiche schalte ich die Unterstützung auf “Turbo” und das Café Racer macht seinem Namen alle Ehre: Der Motor schiebt noch etwas kräftiger an und die ganze Fuhre locker den Anstieg hoch. Der Sunstar-Motor darf, wie alle anderen Pedelec-25-Motoren nur bis maximal 25 km/h unterstützen, damit ein solchermaßen nachgerüstete Rad noch als Fahrrad gilt. Die Information über die gefahrene Geschwindigkeit holt sich das System über einen Geschwindigkeitssensor. Dieser ist beim Testrad von Bikenest an der linken Kettenstrebe montiert und meldet die vom, zum Stil des Rades passend, verchromten Speichenmagneten übermittelte gefahrene Geschwindigkeit an die komplett im Motorgehäuse untergebrachte

Geschwindigkeitssensor und Speichenmagnet

Geschwindigkeitssensor und Speichenmagnet sind an der linken Kettenstrebe verbaut

Elektronik. Auf den Anstieg folgt eine Gerade und dort unterstützt der Antrieb laut Tacho bis etwa 28 km/h, so dass mit dem Rad, trotz nur drei Gängen, auch die ein oder andere Überlandtour möglich ist. Die aufrechte und bequeme Sitzposition erlaubt dabei ein prima Sightseeing, diverse Frost- und Wurzelaufbrüche auf dem Radweg sorgen jedoch dafür, das ich an der dem Rahmenmaterial Stahl nachgesagten Flexibilität zweifele. Da bin ich wohl durch mein Fully zu sehr verwöhnt. Also Geschwindigkeit raus und gedanklich auf Cruising-Modus schalten. Zwischenzeitlich habe ich den nächsten Ort durchquert, und auf dem leichten Anstieg am Ortsausgang überhole ich still vor mich hin grinsend einen schnaufenden Mountainbiker. Der würdigt mich keines Blickes… Auf der jetzt folgenden langen und rasanten Abfahrt mit locker bis zu 50 km/h zeigt sich der gemuffte Rahmen des Café Racers als verwindungssteif und stabil. Ich bin mit einem Rucksack unterwegs, mit Gepäck am Heck (die Trägermontage ist durch

Praktisch & schön: Gewindeösen an der Sattelstrebe & Jagwire Bowdenzüge

Praktisch & schön: Gewindeösen an der Sattelstrebe, Jagwire Bowdenzüge

Gewindeösen am Rahmen problemlos möglich) wäre das möglicherweise anders. Jedoch würde ein Gepäckträger und -taschen die “cleane” Optik des Rades nachhaltig verhageln.

Die über Jagwire-Bowdenzüge in Stahflexoptik betätigten Bremsen fangen die Fuhre vor dem nächsten Kreisel zuverlässig ein und weiter geht es über die hügelig verlaufende Straße durch ein Neubaugebiet. Die Straße ist nass und ich bin über die wirkungsvollen Schutzbleche froh, da die Baustellenfahrzeuge die Straße ordentlich “geerdet” haben. Langsam nähere ich mich der Schlüsselstelle meiner Testrunde: Einer bis zu 11% steilen, langen Steigung, die praktisch ohne Schwung direkt aus einem Kreisel heraus angefahren werden muss. Ab einer Entfaltung kleiner etwa 250 cm spricht man bei einem Rad von Bergtauglichkeit und natürlich ist die am Café Racer verbaute Nexus-Dreigang-Nabe hier mit ihrer Entfaltung von 412 cm, 564 cm und 767 cm weit von einem solchen Wert entfernt. Aber gerade in dieser Konfiguration kann der Sunstar-Motor zeigen was er kann. Und das tut er: Mit bis zu 13 km/h schiebt er mich bei kräftigem Treten den Berg hinauf. Bedingt durch die Übersetzung der Nabe ist dabei die Belastung an den Kniegelenken recht hoch: Für bergige Strecken ist ein Rad mit Dreigang-Nabe auch mit Elektrounterstützung weniger gut geeignet.

Dieser Testabschnitt bestätigt jedoch trotzdem eindrucksvoll die von Sunstar angegebenen technischen Daten des Motors:
Als Dauerleistung wird ein Drehmoment von 11 Nm genannt, dass, für einen Elektromotor typisch, ab der ersten Umdrehung anliegt. Zum Vergleich: Der (Verbrennungs-) Motor einer 125er Vespa LXV bietet laut Herstellerprospekt 9,6 NM bei 6.500 Umdrehungen pro Minute! Das Gewicht des Sunstar-Motors liegt nach Herstellerangabe bei etwa 3,2 kg, die durch die Einbaulage in der Fahrzeugmitte konzentriert sind.

Akuu & Motor

Akku mit Gehäuse aus gebürstetem Aluminium und Motor unter dem Tretlager

Das Design des Motors fügt sich dabei mit seinen runden Formen relativ unauffällig in das Gesamterscheinungsbild des Fahrrades, ist jedoch etwas auffälliger als ein Hinterradnabenmotor.

Am Ende der Steigung zeigt die Ladeanzeige am Lenker nichts mehr an, am Pendant am Akku leuchtet noch eine LED. Auf der restliche Strecke meiner Testrunde geht es überwiegend bergab, der verbleibende  ”Reststrom” reicht also noch, um gut nach Hause zu kommen, trotzdem schalte ich die Unterstützung vorsichtshalber wieder in den Normalmodus zurück. Sicherlich ist der niedrige Ladezustand des Akkus zum Teil ein Tribut an die Belastungen durch die Steigungen der Testrunde und die niedrigen Außentemperaturen (zum Zeitpunkt des Fahrberichts herrschten knackig-kalte minus 10 Grad Celsius!).

24 Volt-System

24 Volt x 9 AH = 216 WH

Andererseits handelt es sich bei dem verbauten Sunstar-Motor um einen Antrieb mit 24 Volt Spannung. Die “Reichweite” eines Pedelecs wird im Allgemeinen mit der Anzahl der Wattstunden (WH) des Akkus beschrieben. Bei einem auf 24-Volt ausgelegten System erge-ben sich bei einem Akku mit einer Kapazität von 9 AH (24×9=) 216 WH. Bei gleicher Akkukapazität kommt ein auf 36 Volt basierender Antrieb auf (36×9=) 324 WH. Das bedeutet, dass bei vergleichbarer Belastung die Reichweite des am Creme Café-Racer verbauten Sunstar-Antriebs geringer ist als bei einem vergleichbaren 36-Volt-Antrieb.

Mein Fazit:

Das Creme Café-Racer ist einen Augenweide: Styling und Finish machen es zu einem echten Hinkucker für radaffine Menschen, dabei bleibt es preislich noch sehr im Rahmen. Durch die verbaute Dreigang-Nabe ist das Rad aber nur bedingt für hügeliges Terrain geeignet. Es fühlt sich am wohlsten in flachen Gegenden und ist durch seinen Wendigkeit prädestiniert für den Stadtverkehr. Zu diesem Szenario passt der verbaute Sunstar-Motor ideal: Mit seinem kräftigen Antritt hilft er beim Ausnutzen der kleinsten Lücken in der Blechschlange und dabei, beim Ampelstart die erreichte Pole-Position zu wahren. Jedoch nur, solange die Hügel und Anstiege in der City nicht zu zahlreich und/oder steil sind. Dann geht dem Akku schnell die Puste aus. Für längere Touren mit Stromunterstützung wünsche ich mir persönlich entweder eine höhere Akkukapazität oder gleich ein 36-Volt-System. Sunstar bietet noch einen Akku mit 16 AH Kapazität an, der jedoch im Gepäckträger unterge-bracht ist und deshalb am Café Racer nicht zur Verfügung stand.

Uneingeschränkt positiv ist die Variabilität bei der Nachrüstung auf Grund der Einbaulage des Motors im Tretlager zu werten. Egal ob ein Rad mit Naben- oder Kettenschaltung umzurüsten ist, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass der Motor passt. Ein Wermutstropfen ist der Preis: Rund 1.349 € (Stand: 27.04.2013) reißen ein recht großes Loch in den Geldbeutel, jedoch lässt der Fahrspaß danach die Investition schnell vergessen. Und: Preiswerter als ein komplett neues Pedelec ist der Umbausatz allemal.

Danksagung:

Mein Dank geht an den Elektrofahrradshop Bikenest in Berlin für das zur Verfügung stellen des Testrades.

Externer Link zu www.VeloVideo.de

Alles neu macht der …April: Big Apple statt SpeedKing

Heute habe ich die Conti Speed King gegen Schwalbe Big Apple getauscht, die eigentlich für mein Reiserad gedacht waren. Doch: Nach 666 fast ausschließlichen Asphalt-Kilometern ist das Negativ-Profil auf der Lauffläche der Speed King am Hinterrad fast komplett wegradiert. Da der Hinterreifen jetzt fast über die gesamte Reifenbreite kompletten Straßenkontakt hat, die Speed King keinen Pannenschutz haben und mir das Risiko einer Reifenpanne auf meiner Pendelstrecke zu hoch erscheint, habe ich vorsichtshalber die Big Apple montiert.

Gerade weil diese ja eine Federung überflüssig machen sollen bin ich mal gespannt, ob sich am Komfort signifikante Änderungen zeigen. Bei einer ersten Fahrt über etwa 25 Kilometer scheint mir an der Hinterhand tatsächlich mehr Eigendämpfung durch die Karkasse fühlbar zu sein, während vorne wenig davon zu spüren ist. Möglicherweise liegt das daran, dass die Reifen mit je ca. 4 bar an der oberen Grenze aufgepumpt sind: Durch die eher hecklastige Gewichtsverteilung und das Mehrgewicht des 8Fun-Hinterradmotors “sinkt” dadurch der Hinterreifen mehr ein und kann besser dämpfen, während an der Vorderhand die Aufstandsfläche im Vergleich deutlich kleiner ist und durch den hohen Druck kaum Eigendämpfung aufgebaut werden kann. Mal sehen, wie es sich beim nächsten Mal mit weniger Luftdruck vorne fährt.

Anzeige VeloVideo

Na endlich…!

Nachdem es der Samstag schon angedeutet und der Sonntag versprochen hat, hielt der Montag meinen Hoffnungen, ja fast schon Erwartungen, stand: Bei 10 Grad Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein habe ich heute die Saison eröffnet und bin mit dem Rad zur Arbeit gefahren! :-)

Was war das für ein Genuss: Vogelgezwitscher und fast explodierende Natur sorgten für eine Hochstimmung, die mir das Lächeln ins Gesicht meißelte. Seit Monaten bin ich nicht mehr so entspannt im Büro angekommen! Wohl auch, weil drei Jungs unterwegs unbedingt mit mir mithalten wollten…bergauf… ;-) Ab der zweiten Steigung war nichts mehr von ihnen zu sehen :-) Pedelec fahren macht einfach Spaß!

Überhaupt waren heute Morgen fast mehr Radler unterwegs, als ich letztes Jahr morgens an Sommertagen gesehen habe; sicher haben die auch alle sehnsüchtig auf den Frühling gewartet. Unterwegs wurde ich von einem S-Pedelec (und einem Rennradler in dessen Windschatten) überholt. Schon erstaunlich, man hat bei 25 km/h fast das Gefühl zu stehen. Ich bin sicher, das Grinsen des Fahrers ging fast rundherum, als der Rennradler in seinem Windschatten abreißen lassen musst ;-)

Mittags begegnete mir bei strahlendem Sonnenschein und rd. 23 Grad noch ein S-Pedelec. Nachdem ich in den letzten Jahren kaum mal eines gesehen habe, frage ich ich, ob sich hier ein neuer Trend auftut…? Auf dem Heimweg hatte ich natürlich wieder Gegenwind. Wie schnell man da wohl mit einem S-Pedelec wäre? Mal sehen, vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal eine Probefahrt…

Anzeige_VeloVideo

Gesucht wird: Frühling

Irgendwie ist der Winter in dieser Saison sehr hartnäckig, es will irgendwie einfach nicht warm werden. :-(
Vor ein paar Tagen bin ich vor lauter Verzweiflung dann doch mal mit dem Rad zur Arbeit gefahren und habe mir unterwegs einige erstaunte Blicke und Kopfschütteln von Leuten eingefangen, die gerade ihre Autoscheiben frei gekratzt haben. ;-)

Bei Temperaturen um ca.null Grad ja eigentlich auch verständlich… Trotz der Kälte hat das Radeln Spaß gemacht, auch wenn die ersten Kilometer etwas Überwindung gekostet haben. Allerdings habe ich trotz Zwiebelprinzip und Funktionskleidung trotzdem geschwitzt und hätte mir auf der Arbeit eine warme Dusche gewünscht.

Dem Stromer bzw. dem Akku schien es auch zu kalt gewesen zu sein, ich hatte den Eindruck, dass die Kapazität schneller nachgelassen hat als sonst. Es hat zwar noch zum Heimkommen gereicht, aber viel weiter hätte es nicht sein dürfen.

Da es mit dem Radfahren momentan noch nicht so toll ist, habe ich dann mal mein Blog ein bisschen aufpoliert. Ich finde, das Design ist jetzt klarer, weniger verspielt und die Beiträge besser lesbar.

Vom Eise befreit…

…sind Strom und Bäche bei uns immer noch nicht, und auch von des Frühlings holden belebenden Blick ist noch nichts zu spüren. :-(

Deshalb hatte ich bisher noch keine Gelegenheit, meinen neuen Sattel,

SQlab 610
einen  “610 active” von SQlab, auf einer längeren Tour auf dem Stromer zu testen.

Auf dem Ergometer montiert hatte er jedoch schon Gelegenheit seine Vorzüge auf bisher etwa 300 km über Amiche-Valtinche-Radweg, Nahe-Radweg, Schinderhannes-Radweg, Rhein-Radweg und Havel-Radweg zu zeigen.

Zunächst war das Sitzen auf den Sitzhöckern arg ungewohnt, aber mittlerweile kann ich ganz ohne Taubheitsgefühl trainieren. Ich bin gespannt wie sich der Sattel auf der etwas anderen Geometrie des Stromers bewährt.

Irgendwann muss sich ja, frei nach Goethe, der alte Winter in seiner Schwäche in die in rauhe Berge zurückziehen… ;-)

Anzeige_VeloVideo

Speiche gut, alles gut ;-)

Bei meiner Schneetour Anfang Dezember 2012 (vgl. “Wird`s dem Stromer zu heiß…”) kam es zu einem Speichenbruch im Hinterrad, den ich jetzt endlich reparieren konnte.

Natürlich ist eine Speiche auf der Antriebsseite betroffen, so dass der Schraubkranz runter muss. :-(

Den nötigen Schraubkranzabzieher und die passende Speiche (vorsichtshalber habe ich insgesamt vier bestellt, man weiß ja nie…) habe ich bei Elektrofahrrad-einfach.de bestellt. Der Grund liegt auf der Hand: Dort werden die Hinterräder eingespeicht und die Zahnkränze montiert, also hat man dort auch passenden Speichen und Werkzeug vorrätig. :-)

Bevor ich die Speiche montiert habe, habe ich sie mal gemessen:

speichenlaenge_26_zoll_hinterrad_mit_8fun_nabenmotor

In Zukunft weiß ich jetzt, das ich bei einem 26”-Rad mit 8fun-Hinterradnabenmotor im Fall der Fälle 230mm lange Speichen brauche. :-)

Über die Demontage des Schraubkranz habe ich ein kurzes Video erstellt:

Das Einfädeln der Speiche kostet schon etwas Überwindung, da es ohne ein klein wenig biegen nicht klappt. Leider habe ich keinen Zentrierständer, so dass ich mir anders weiterhelfen musste:

An der linken Kettenstrebe habe ich einen passend gekürzten Kabelbinder befestigt, der sowohl an der Flanke der Felge (zur Bestimmung des Seitenschlags, vgl. Bild 1) als auch an deren Rand (zur Bestimmung des Höhenschlags, vgl. Bild 2) anliegen kann.

Bild 1:

kabelbinder_an_felgenflanke

Bild 2:

kabelbinder_am_felgenrand

Danach habe ich die Felge (ohne Schlauch & Reifen) montiert. Mit viel Geduld ist es mir dann gelungen, die Speiche so zu spannen, dass die Felge annehmbar rund läuft. Den Kabelbinder habe ich gerade da gelassen, wo er ist. Dort stört er nicht, ist aber bereit, sollte er mal auf großer Tour gebraucht werden.

GrußAnzeige_VeloVideo

Alex

Saisonrückblick 2012, 5. Teil: Fazit

Am letzten Tag des Jahres kommt der letzte Teil meines Jahresrückblicks.

Im Februar habe ich den Pedelec-Umbausatz vom Giant zum Centurion umgebaut (vgl. “Frühlingszeit = Bastelzeit…”) weil mir die Fahrten auf den ruppigen Wegen bei den Pedelec-Geschwindigkeiten zu holprig waren.

Eine gute Entscheidung, alles in allem habe ich 1.665 km mit meinem vollgefederten Stromer “unter Strom” zurückgelegt, 1.400 km davon im Pendelverkehr ins und vom Büro (vgl. Saisonrückblick Teil 1).

Die restlichen Kilometer gehen aufs Konto von kleineren Besorgungsfahrten und der ein oder anderen Tour. Denn irgendwie kann man sich an das Pedelecfahren so sehr gewöhnen, das es schwer fällt, ohne Unterstützung unterwegs zu sein. :-)

Im Juni kam es zu einem Akkudefekt (vgl. “Der Pedelecspass geht weiter…”), der von Elfei sehr kulant geregelt wurde.

Im Juli habe ich einen Magnet am Kettenblatt hinzugefügt um das Ansprechverhalten des Motors zu verbessern (vgl. “Ein bisschen Tuning”); der Magnet hält bis heute ohne Klebstoff.

Ende August hatte ich dann 1.000 km in Pendelverkehr auf dem Weg ins Büro zurückgelegt (vgl. “Geschafft: 1.000 km Pendelverkehr mit dem Stromer”) und kurz danach musste ich das erste und einzige Mal in strömendem Regen nach Hause fahren (vgl. “Stromer macht Freischwimmer”), was sämtliche Komponenten des Pedelec-Nachrüstsatzes völlig unbeeindruckt lies.

Kurz vor Ende meiner Saison habe ich den Stromer auf andere Reifen gestellt (vgl. “Stromer auf Speed (King)”, die sich bisher bewährt haben und einen sicherlich erheblichen Anteil daran hatten, dass die kurze Schneetour (vgl. Beitrag “Wird’s dem Stromer zu heiss…”) so viel Spaß machte. An dem dabei aufgetretenen Speichenbruch am Hinterrad sind sie sicher nicht schuld:

Speichenbruch_klein

Wahrscheinlicher ist mangelnde Wartung meinerseits. Vielleicht erfordern die Belastungsspitzen des Fullys an den Speichen, bedingt durch die Bewegungen der hohen ungefederten Massen am Hinterrad, einen erhöhten Wartungsbedarf? Vielleicht liest ja ein Fahrwerksspezialist mit und kann was dazu sagen?

Natürlich ist eine Speiche auf der rechten Seite betroffen, d.h. der Zahnkranz muss runter.

Außerdem hat sich irgendwann eine Schraube am Freeload-Gepäckträger gelöst (vgl. “Saisonrückblick 2012, 2.Teil”), was sicherlich an den ständigen Bewegungen des Hinterbaus durch die Federung bedingt ist.

Das im April umgebaute Trek (vgl. “Das Elektrik-Trek”) hat im Laufe des Jahres 769, im positiven Sinn, sehr unauffällige Kilometer zurückgekelegt.

Alles in allem haben die Pedelecs über’s Jahr außerordentlich viel Spaß bereitet, die Umbauten haben sich auf jeden Fall bezahlt gemacht und ich freue mich schon auf die neue Saison!

Anzeige_VeloVideo

Wird`s dem Stromer zu heiß…

Gestern hat`s geschneit. Und die Gelegenheit, den Grip der Speed King zu testen wollte ich mir nicht entgehen lassen:

Centurio_im_Schnee

Ein kurzes Video (ca. 9 Minuten) dazu gibt’s hier:

Ich bin schon seit Jahren nicht mehr bei Schnee Rad gefahren (und war auch der einzige weit und breit…) und bin wirklich positiv überrascht über den Grip der Reifen. Mit vorausschauender Fahrweise und ohne hektische Fahrmanöver macht das sogar wirklich Spaß! An den Steigungen kam mir der eingebaute Rückenwind natürlich entgegen, vor allem, da er sehr sanft einsetzt. Wobei ich vorsichtshalber nur mit mittlerer Unterstützung gefahren bin…

Bei einem kurzen Fotostop bemerkte ich dann, das eine Speiche am Hinterrad gebrochen ist, gerade am Übergang vom Schraubnippel zur Speiche. :-(

Speichenbruch_klein

Ob das jetzt durch das Fahren im Schnee passiert ist? Kann die Belastung da wirklich so groß sein? Ich denke eher, dass ich öfter mal die korrekte Spannung der Speichen hätte prüfen sollen…

Aber auch ohne den Speichenbruch werde ich mein Radtraining die nächsten Monate lieber nach drinnen verlegen:

Ergometer

Ein kurzes Video zu dem Ergometer ist hier zu finden.Anzeige_VeloVideo